Bewältigung der Winter-Energiekrise: Bundeskanzler regt Heizbeihilfen an
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Bundeskanzler Olaf Scholz hat einen neuen Plan zur Bewältigung der Winter-Energiekrise angekündigt, der Heizkostenzuschüsse für Haushalte und die Rettung eines großen Gasversorgers vorsieht.

Bundeskanzler Scholz kündigte am Freitag an, dass seine Regierung ein umfangreiches Hilfspaket zur Bewältigung der Winter-Energiekrise schnüren wird, da die russischen Gaslieferungen knapp werden.

Teil des Plans der Bewältigung der Winter-Energiekrise wird ein dauerhafter Heizkostenzuschuss sein, Damit sollen die Heizkosten für die Deutschen möglichst auf einen niedrigen Stand gebracht werden. Außerdem versprach Bundeskanzler Scholz, dass es einen Rechtsanspruch für die Deutschen geben wird, die nicht in der Lage sind, ihre Miet-, Heizungs- oder Stromrechnungen zu bezahlen, berichtet die deutsche Boulevardzeitung  Bild.

Weitere Entlastungsmaßnahmen sind in naher Zukunft zu erwarten, da Scholz von bevorstehenden Konsultationen mit verschiedenen Gewerkschaften sprach und Mitte September ein weiteres Treffen zur Bewältigung der Winter-Energiekrise stattfinden soll.

Bundeskanzler Scholz kündigte außerdem an, dass der große deutsche Gaskonzern Uniper ein Rettungspaket in Höhe von rund 15 Milliarden Euro wird, wodurch der Bund zum 30-prozentigen Anteilseigner des Unternehmens wird.

Rettung eines großen Gasversorgers

Der finnische Mehrheitsaktionär von Uniper, Fortum, teilte in einer Erklärung mit, dass er dem von der deutschen Regierung vorgeschlagenen Rettungspaket zugestimmt habe.

„Wir befinden uns in einer beispiellosen Energiekrise, die wirksame Maßnahmen erfordert. Wir haben nach intensiven, aber konstruktiven Verhandlungen eine Lösung gefunden, die den Interessen aller Beteiligten gerecht wird“, sagte Markus Rauramo, CEO und Präsident von Fortum.

Das Rettungspaket für Uniper war erforderlich, da das Unternehmen in den letzten Monaten immer teureres Gas eingekauft hat, die zusätzlichen Kosten aber nicht an die Verbraucher weitergeben durfte.

Die Gasversorgung Deutschlands ist ebenfalls in Gefahr, da die Regierung offenbar nicht in der Lage ist, ihr angestrebtes Versorgungsziel, die Gasspeicher bis November zu 90 Prozent zu füllen, umzusetzen kann. Laut einem diese Woche veröffentlichten Bericht sind die Speicher derzeit nur zu knapp zwei Dritteln, d. h. zu 64,81 Prozent, gefüllt.

Anfang dieser Woche hat Russland die Nord Stream 1-Pipeline nach einer zehntägigen Abschaltung wegen Wartungsarbeiten wieder in Betrieb genommen, aber der Gasfluss blieb mit nur 30 Prozent weit unter der erwarteten Kapazitätsauslastung. Vor den Wartungsarbeiten lag der Wert bei 40 Prozent.

Bewältigung der Winter-Energiekrise: Bundeskanzler regt Heizbeihilfen an? Stimme freies Europa hat ausführlich über die Situation im Energiesektor berichtet, lesen Sie hier mehr. 

QuelleStimme freies Europa und Nachrichtenagenturen
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