Litauen, Lettland und Deutschland weisen Russlands Diplomaten aus, wegen angeblicher Kriegsverbrechen?
CC BY-SA 1.0 Pixabay

Litauen, Lettland und Deutschland hat am Montag angekündigt, die russischen Botschafter auszuweisen und seine Gesandten in Moskau abzuberufen. Damit reagiert die Länder auf die zunehmenden Anzeichen, dass die russischen Streitkräfte in der Ukraine Kriegsverbrechen begangen haben könnten.

Das baltische Land beschloss außerdem, ein russisches Konsulat in der Hafenstadt Klaipeda zu schließen. „Litauen hat die von den russischen Streitkräften in den besetzten ukrainischen Städten begangenen Gräueltaten, einschließlich der brutalen Massaker in Bucha, scharf verurteilt. Alle Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von den russischen Streitkräften in der Ukraine begangen wurden, werden nicht in Vergessenheit geraten“, sagte Außenminister Gabrielius Landsbergis am Montag in einer Erklärung.

„Litauen steht in voller Solidarität mit der Ukraine und dem ukrainischen Volk, die Opfer der beispiellosen Aggression Russlands sind. Wir senken daher das Niveau der diplomatischen Vertretung Russlands“, sagte der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis in einer Erklärung vom 4. April.

Er fügte hinzu, dass der litauische Botschafter in der Ukraine nach Kiew zurückkehre und dass die Partner in der Europäischen Union und der NATO über die Entscheidung Litauens, den russischen Botschafter auszuweisen, informiert worden seien, und er forderte sie auf, dasselbe zu tun.

Im benachbarten Lettland erklärte Außenminister Edgars Rinkevics, dass Riga die diplomatischen Beziehungen zur Russischen Föderation einschränken werde, wie der Baltic News Service berichtet. Eine Entscheidung über den Abbau der Beziehungen wurde nicht getroffen.

Litauen und Lettland ist nicht das einzige Land, das den diplomatisch Weg verlässt, auch  Deutschland weist russische Diplomaten wegen angeblicher Kriegsverbrechen Russlands aus.

Außenministerin Annalena Baerbock sagte, die Bundesregierung habe beschlossen, „eine beträchtliche Zahl von Mitgliedern der russischen Botschaft zu unerwünschten Personen zu erklären, die hier in Deutschland jeden Tag gegen unsere Freiheit, gegen den Zusammenhalt unserer Gesellschaft gearbeitet haben“, und fügte hinzu: „Das werden wir nicht tolerieren länger.“

Die Berliner Entscheidung sei dem russischen Botschafter Sergei Nethayev mitgeteilt worden, der ins Außenministerium einbestellt worden sei, sagte Baerbock. Die betroffenen Gesandten haben fünf Tage Zeit, Deutschland zu verlassen.

Die fraglichen Diplomaten sollen Mitglieder russischer Geheimdienste sein.

Litauen, Lettland und Deutschland weisen Russlands Diplomaten aus, wegen angeblicher Kriegsverbrechen? SFE – Stimme freies Europa hat ausführlich über die Situation in der Ukraine berichtet und sich mit den Folgen befasst, lesen Sie hier

QuelleSFE - Stimme freies Europa und Nachrichtenagenturen
Vorheriger ArtikelKreml weist Kriegsverbrechensvorwürfe kategorisch zurück und fordert Sitzung des UN-Sicherheitsrats
Nächster ArtikelDeutscher Gesetzgeber will Zwangsimpfung für über 50-Jährige, obligatorische Impfberatung für jüngere Erwachsene