Macron: Wir dürfen Russland im Ukraine-Konflikt nicht demütigen
Bild von Kremlin.ru CC BY-SA 4.0 Wikimedia

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat davor gewarnt, Russland im Ukraine-Konflikt zu demütigen. Dies würde es schwieriger machen, einen Weg zu finden, die Invasion auf diplomatischem Wege zu beenden.

„Wir dürfen Russland nicht demütigen, damit wir an dem Tag, an dem die Kämpfe aufhören, mit diplomatischen Mitteln eine Rückzugsmöglichkeit schaffen können“, sagte der linksliberale französische Präsident Emmanuel Macron in einem vom Nachrichtendienst Reuters am Samstag wiedergegebenen Kommentar gegenüber Regionalzeitungen.

„Ich bin überzeugt, dass es Frankreichs Rolle ist, eine Vermittlungsmacht zu sein“. Gleichzeitig erklärte Macron, er habe seine zahlreichen Telefonate mit dem Kreml genutzt, um den russischen Staatschef Wladimir Putin darauf hinzuweisen, „dass er einen historischen und grundlegenden Fehler für sein Volk, für sich selbst und für die Geschichte begeht“.

Die Haltung des französischen Staatschefs scheint jedoch einige in der Ukraine verärgert zu haben. So meinte Oleksiy Sorokin vom Kiewer Independent, dass „Macrons verzweifelter Versuch, ‚Putin nicht zu demütigen‘, Macron erfolgreich gedemütigt hat.“

Nile Gardiner, ein ehemaliger Berater der verstorbenen britischen Premierministerin Margaret Thatcher, bezeichnete den Franzosen als „de facto Putins offiziellen Sprecher in Europa“. Er warf seiner Regierung vor, „vor Diktatoren zu kriechen, die NATO zu unterminieren und zu spalten. Außerdem habe sie sich mit Russlands, stärksten Gegnern wie Großbritannien und Polen angelegt“.

Überzeugung

Präsident Macron hat jedoch konsequent an seiner Überzeugung festgehalten. Die „Ausgrenzung“ und „Demütigung“ Russlands sei der Sicherung des Friedens in Osteuropa nicht förderlich.

Im Mai nutzte der französische Premierminister die selbstbeweihräuchernden Feierlichkeiten der Europäischen Union zum Europatag in Straßburg, um zu betonen, dass „wir morgen einen Frieden aufbauen müssen, das sollten wir nie vergessen“.

„Wir müssen dies mit der Ukraine und Russland an einem Tisch tun. Das Ende der Diskussion und der Verhandlungen wird von der Ukraine und Russland bestimmt werden. Aber das wird nicht in Verweigerung, Ausgrenzung oder gar Demütigung geschehen“, erklärte Macron.

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QuelleStimme freies Europa und Nachrichtenagenturen
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