Moslem Proteste in Großbritannien haben sich gegen die Veröffentlichung eines, wie sie es nannten, „provokativen“ Films gerichtet, der Mohammeds Tochter abbildet.

Rund 25 überwiegend muslimische Demonstranten versammelten sich am Freitag zu einem stillen Protest vor dem Vue-Kino in Blackburn, um gegen den neu erschienenen Film „The Lady of Heaven“ zu demonstrieren. In dem Film geht es um Fatimah, die Tochter des islamischen Propheten Mohammed. Moslem Proteste in Großbritannien?

Nachdem der in Großbritannien gedrehte Film in der Islamischen Republik Iran bereits verboten ist, haben Kritiker in der Region den Film als „provokativ“ bezeichnet, wobei einige befürchten, dass er „schiitische und sunnitische Konflikte“ anheizen könnte.

Einem Bericht der Lokalzeitung Lancashire Telegraph zufolge fanden an mehreren Orten in Großbritannien Moslem Proteste gegen den Film mit Mohammeds Tochter statt. Ein Sprecher der Protestaktion in Blackburn behauptete, dass es der Gruppe gelungen sei, das Vue-Kino dazu zu bewegen, die Aufführung des Films mit Mohammeds Tochter nach ihrem Protest einzustellen.

Die Verantwortlichen des Kinos selbst weigern sich inzwischen, dies zu bestätigen oder zu dementieren. Die Publikation stellt jedoch fest, dass künftige Vorführungen des Films von der Website des Kinos gestrichen worden sein sollen.

The Guardian bezeichnete „The Lady of Heaven“ als „geschmacklos“ und „erzählerisch sklavisch“. Dennoch wurde der Film in einer Reihe von islamischen Ländern verboten. Ein Kritiker bezeichnete ihn als „zwei Stunden und mehr der extremsten schiitischen sektiererischen Narrative“.

Der Film hat auch Rassismusvorwürfe auf sich gezogen, da er einige seiner Hauptfiguren – die im Kanon einiger islamischer Sekten als wahre Heilige gelten – als Afrikaner darstellt wurden.

„Die Priorität dieses Films liegt ganz einfach darin, sunnitische Muslime mehr zu beleidigen als ein schiitisches Verständnis dieser umstrittenen Periode der islamischen Geschichte darzustellen“, heißt es in einer Kritik des Streifens auf der islamischen Website „The Muslim Vibe“ im westlichen.

Toleranz

Es ist jedoch bei weitem nicht das erste Medienwerk aus westlicher Hand, das den Zorn der islamischen Gemeinschaft auf sich gezogen hat. Eine Reihe unterschiedlicher künstlerischer Bemühungen hat bereits zu Massenprotesten und gewalttätigen Repressalien seitens islamischer Extremisten geführt.

Eines der markantesten Beispiele in der Filmwelt ist vielleicht „Submission„, eine niederländische Produktion, in der eine muslimische Frau in eine arrangierte Ehe mit einem missbräuchlichen Mann gezwungen wird, bevor sie vergewaltigt und anschließend des Ehebruchs beschuldigt wird.

Der Film wurde von Kritikern als Beleidigung des Islams angeprangert, und schließlich wurde einer der Hauptproduzenten, Theo van Gogh, von einem niederländischen marokkanischen Extremisten ermordet. Er erschoss den Filmemacher, bevor er ihm die Kehle aufschlitzte und ihm mit einem Messer ein Protestschreiben in die Brust ritzte.

Zeugen der Ermordung sagten, van Gogh sei letztlich wie ein Tier geschlachtet oder „wie ein Reifen zerschnitten“ worden.

Moslem Proteste gegen „provokanten“ Film über Mohammeds Tochter? Stimme freies Europa hat ausführlich über die Einwanderung berichtet, lesen Sie mehr über Europas Migrantenkrise.

QuelleStimme freies Europa und Nachrichtenagenturen
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