Scheinehe: Marokkanerin den Schweizer Pass entzogen
Fotomontage: Bild von Marko Milivojevic CC BY-SA 1.0 Pixnio und Bild von Item,CC BY-SA 3.0 Wikimedia

Ein Schweizer Gericht hat einer Marokkanerin nach einer Scheinehe den Schweizer Pass entzogen, nachdem sie sich von ihrem einheimischen Ehemann getrennt und kurz nach der Scheidung erneut einen Libanesen geheiratet hatte.

Das Bundesgericht entschied, dass die Behörden rechtmäßig gehandelt haben, als sie der Marokkanerin nach einer Scheinehe den Schweizer Pass entzogen haben. Die Frau hatte 2010 einen Schweizer geheiratet und 2015 einen Schweizer Pass erhalten, sich aber nur wenige Monate später von ihrem Mann getrennt.

Die Scheidung wurde 2017 vollzogen und sie heiratete kurz darauf erneut einen Libanesen und bekam ein Jahr später ein Kind.

Daraufhin entzogen die Behörden der Frau ihren eingebürgerten Status und ihren Schweizer Pass, da diese nach einer Erklärung, sich nicht zu trennen oder scheiden zu lassen, die Schweizer Staatsbürgerschaft verliehen wurde, berichtet 20 Minutes.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) entzog der Frau im Jahr 2020 den Einbürgerungsstatus und den Schweizer Pass, doch die Frau legte Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein, das ihre Klage im Oktober 2021 abwies, und dann beim Bundesgericht, das ihre Klage nun ebenfalls abgewiesen hat.

„Das Schweizerische Institut für Sozialversicherungen (SEM) kann mit Zustimmung der Behörde des Herkunftskantons die erleichterte Einbürgerung, die durch falsche Angaben oder durch Verschweigen wesentlicher Tatsachen erwirkt wurde, rückgängig machen“, so das Gericht.

„Eine kurz nach der Einbürgerung erfolgte Trennung ist ein Indiz für den fehlenden gemeinsamen und intakten Willen zur Aufrechterhaltung einer stabilen ehelichen Gemeinschaft“, so das Gericht weiter.

Eine Scheinehe ist in einigen Teilen Europas gang und gäbe, so auch in Frankreich, wo 2019 ein städtischer Projektmanager in Villepinte beschuldigt wurde, Scheinehen arrangiert zu haben, um Migranten den Verbleib im Land zu ermöglichen.

Der 50-jährige Beamte wurde beschuldigt, in einem Zeitraum von etwa zwei Jahren mindestens ein Dutzend Scheinehen arrangiert zu haben.

In einem anderen Fall einer Scheinehe aus dem Jahr 2021 behauptete eine 36-jährige Französin, ihr misshandelnder Migranten-Ehemann habe sie benutzt, um die französische Staatsbürgerschaft zu erlangen, damit er sie dann verlassen und seine echte Familie aus Afrika ins Land holen könne.

Scheinehe: Marokkanerin die Schweizer Staatsbürgerschaft entzogen? Stimme freies Europa hat ausführlich über die Einwanderung berichtet, lesen Sie mehr über Europas Migrantenkrise.

QuelleStimme freies Europa und Nachrichtenagenturen
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