Shell steigt aus dem russischen Öl- und Gassektor aus
Foto: AntonioMartin CC BY-SA 4.0 Wikimedia

Shell gibt seine russischen Öl- und Gasvorkommen auf und wird dort alle Servicestellen schließen, teilte der britische Energieriese am Dienstag mit.

Der Schritt macht es zu einem der ersten großen westlichen Ölunternehmen, das Russland aufgrund seiner Invasion in der benachbarten Ukraine vollständig aufgibt. Ben van Beurden, Chief Executive Officer von Shell, entschuldigte sich letzte Woche für den Kauf von russischem Rohöl, als er die Ankündigung machte, und fügte hinzu, Shell werde auch seine Rohöl-Lieferkette ändern, um russische Lieferungen zu entfernen.

Shell bezieht derzeit etwa acht Prozent seines Rohöls aus Russland, das in seinen Raffinerien zu Diesel, Benzin und anderen Produkten verarbeitet wird.

Das Unternehmen wird auch seine Tankstellen, Flugkraftstoffe und Schmierstoffe in Russland schließen und mit einem schrittweisen Rückzug aus russischen Erdölprodukten, Pipelinegas und Flüssigerdgas beginnen.

„Das ist eine komplexe Herausforderung“, heißt es in der Erklärung. „Die Änderung dieses Teils des Energiesystems erfordert ein abgestimmtes Vorgehen von Regierungen, Energieversorgern und Kunden, und eine Umstellung auf andere Energieversorgungen wird viel länger dauern.“

Der Vorstandsvorsitzende fügte hinzu: „Wir sind uns sehr bewusst, dass unsere Entscheidung letzte Woche, eine Ladung russisches Rohöl zu kaufen, das zu Produkten wie Benzin und Diesel verarbeitet werden soll – obwohl wir die Versorgungssicherheit im Vordergrund unseres Denkens getroffen haben – nicht die war richtig und es tut uns leid.

„Wie wir bereits gesagt haben, werden wir Gewinne aus den begrenzten, verbleibenden Mengen russischen Öls, die wir verarbeiten werden, einem speziellen Fonds zuführen. Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen mit Hilfspartnern und humanitären Organisationen zusammenarbeiten, um festzustellen, wo die Gelder aus diesem Fonds am besten eingesetzt werden, um die schrecklichen Folgen zu lindern, die dieser Krieg für die Menschen in der Ukraine hat.“

Der britische Rivale BP gab letzten Monat bekannt, dass er seine 19,75-prozentige Beteiligung am russischen Ölgiganten Rosneft in einem abrupten Schritt aufgibt, der ihn bis zu 25 Milliarden Dollar kosten könnte.

SFE – Stimme freies Europa hat ausführlich über die Situation in der Ukraine berichtet, lesen Sie hier mehr.

QuelleSFE - Stimme freies Europa und Nachrichtenagenturen
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