Volksaufstand verhindern: Deutschland bettelt bei Kanada
Deutschlands Öko-Krieger: Foto: Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen Flickr CC BY-SA 2.0 Wikimedia

Deutsche Behörden sollen Kanada um die Herausgabe eines Teils für die russische Gaspipeline angefleht haben, mit dem Argument, dass das wichtige Bauteil benötigt werde, um einen „Volksaufstand“ zu verhindern, so ein Bericht.

Mit dem Argument, das Bauteil sei notwendig, um einen „Volksaufstand“ zu verhindern, sollen deutsche Behörden ihre kanadischen Amtskollegen dazu gebracht haben, die Sanktionen gegen Russland so weit zu lockern, dass der Export eines wichtigen Teils der Gaspipeline möglich wurde.

Zwar haben die Behörden seither versucht, ihre eigenen Erklärungen in dieser Angelegenheit herunterzuspielen. Diese Behauptungen der deutschen Behörden stimmen jedoch mit früheren Äußerungen von Ministern überein, von denen einer die Möglichkeit des Erstarkens sogenannter „Rechtsextremisten“ beklagte, falls die Regierung die Energiesituation des Landes nicht in den Griff bekommen sollte.

Einem Bericht von Die Welt zufolge hat die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock den kanadischen Behörden mitgeteilt, dass Deutschland die Ukraine ohne die von Siemens hergestellte Turbine, die als äußerst wichtiges Teil für die Nord Stream 1-Pipeline zwischen Russland und Europa gilt, nicht mehr unterstützen wolle.

Das Fehlen des Bauteils, das angeblich auf westliche Sanktionen zurückzuführen ist, hatte der russische Präsident Wladimir Putin zum Anlass genommen, die russischen Gaslieferungen nach Deutschland drastisch zu kürzen, was den mitteleuropäischen Staat kopfüber in eine lähmende Gaskrise stürzte.

„Die Kanadier sagten: ‚Wir haben eine Menge Fragen‘, und wir sagten: ‚Wir können das verstehen. Aber wenn wir die Gasturbine nicht bekommen, dann bekommen wir kein Gas mehr, und dann können wir die Ukraine überhaupt nicht mehr unterstützen. Denn dann sind wir damit beschäftigt, einen Volksaufstand niederzuschlagen'“, so Baerbock laut dem Blatt.

Darauf angesprochen, soll der Grünen-Politiker leicht zurückgewichen sein und gesagt haben, dass die Möglichkeit von einen „Volksaufstand“ „vielleicht ein bisschen übertrieben“ sei, obwohl Deutschland „immer noch Gas aus Russland braucht“.

„Selbstverständlich bestünde die Gefahr, dass diejenigen, die in der Corona-Zeit ihre Verachtung für die Demokratie lauthals herausgebrüllt haben und oft mit Rechtsextremisten unterwegs waren, die sprunghaft steigenden Preise als neues Mobilisierungsthema zu missbrauchen versuchen“, hatte Faeser zuvor erklärt, die in der Vergangenheit dafür kritisiert worden war, dass sie den Linksextremismus und den islamischen Extremismus zu Gunsten im Kampf gegen rechts ignoriert haben soll.
„Sie wollen Ängste verstärken, um daraus Profit zu schlagen“, so die Ministerin weiter.

Dieser Meinung war auch der Vorsitzende der deutschen Grünen, der befürchtete, dass „Rechtspopulisten“ eine bevorstehende Gaskrise „ausnutzen“ würden, während ein anderer Vertreter der Sozialdemokratischen Partei meinte, sein Land stehe „wahrscheinlich vor der größten sozialen Bewährungsprobe der Nachkriegsgeschichte“.

Volksaufstand verhindern: Deutschland bettelt bei Kanada um Pipelineteile? Stimme freies Europa hat ausführlich über die Situation im Energiesektor berichtet, lesen Sie hier mehr. 

QuelleStimme freies Europa und Nachrichtenagenturen
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