Wirtschaftswissenschaftler: Deutschland droht ein Jahrzehnt mit Preissteigerungen
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Ein renommierter Wirtschaftswissenschaftler hat davor gewarnt, dass die Preissteigerungen, mit denen die deutschen Bürger konfrontiert sind, wahrscheinlich bis zu zehn Jahre andauern werden, da dem Land aufgrund der grassierenden Inflation eine mögliche Rezession droht.

Der Wirtschaftswissenschaftler meint, die inflationsbedingte Preiserhöhungen haben die deutsche Wirtschaft, wie auch andere Länder weltweit, bereits vor dem Krieg in der Ukraine getroffen, was zum großen Teil auf Regierungsentscheidungen während der chinesischen Coronavirus-Krise zurückzuführen ist, wie z. B. die Ausgaben der Regierung und die Lockdown-Politik.

In Deutschland, das bei der Deckung seines Energiebedarfs stark von Russland abhängig ist, hat die Inflationsrate den höchsten Stand seit dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung nach der Auflösung der Sowjetunion erreicht.

Finstere Prognosen

Am Dienstag argumentierte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Marcel Fratzscher, dass das zentrale Problem, das die Inflation derzeit antreibt, die Angst der Öffentlichkeit vor der wirtschaftlichen Zukunft des Landes sei. Er räumte jedoch ein, dass die Preissteigerungen wahrscheinlich „in den nächsten fünf bis zehn Jahren“ weiter zunehmen würden, berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunk Deutsche Welle.

Um den Konsum anzukurbeln, so der führende Wirtschaftswissenschaftler, solle die Regierung die Mehrwertsteuer von sieben Prozent auf null senken und Berufstätigen Steuererleichterungen von 300 Euro anbieten, um die steigenden Energiekosten abzufedern.

Der Wirtschaftswissenschaftler Fratzscher sagte auch, dass Lohnerhöhungen notwendig seien, um eine wirtschaftliche Stagnation zu verhindern. Wenn die Löhne nicht steigen, „werden die Unternehmen in Schwierigkeiten geraten, die Arbeitslosigkeit wird steigen und dann werden wir in eine Spirale von immer schwächerem Wachstum und höherer Inflation geraten“.

Die Politik ist gefragt

Deutschland solle keine sozialistischen Maßnahmen wie die Deckelung des Kraftstoffpreises ergreifen, da dies „den Energieverbrauch nicht senkt, sondern letztlich einen großen Teil des Geldes den Ölgesellschaften in den Rachen wirft“.

Am Dienstag hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die Wachstumserwartungen für Deutschland aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine gesenkt. Er reduzierte das prognostizierte Wachstum von 3,8 Prozent in diesem Jahr auf 2,1 Prozent.

„Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland wirken sich auf die Wirtschaft des Euroraums vor allem durch die weltweit steigenden Energiepreise und die Energiesicherheit aus. Da sie Netto-Energieimporteure sind, bedeuten höhere globale Preise für die meisten europäischen Länder einen negativen Terms-of-Trade-Schock, was sich in einer geringeren Produktion und einer höheren Inflation niederschlägt“, so der IWF.

Trotzdem hat die linke Regierung in Deutschland ihre grüne Agenda verdoppelt, indem sie das Verbot von Fracking aufrechterhält und plant, die verbleibenden Kernkraftwerke abzuschalten, während sie bei anderen autoritären Regimen wie dem islamistischen Katar nach neuen Erdgaslieferungen sucht.

Das wirtschaftliche Kraftzentrum Europas sieht sich bereits mit Warnungen vor einer Rezession konfrontiert, da die Preise für Lebensmittel und Brennstoffe so stark gestiegen sind wie seit sechs Jahrzehnten nicht mehr, und einige Geschäfte die Lebensmittelpreise um bis zu 50 Prozent erhöht haben.

Wirtschaftswissenschaftler: Deutschland droht ein Jahrzehnt mit Preissteigerungen? SFE – Stimme freies Europa hat ausführlich über die Situation in der Ukraine berichtet und sich mit den Folgen befasst, lesen Sie hier mehr.

QuelleSFE - Stimme freies Europa und Nachrichtenagenturen
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